Für viele sportlich aktive Frauen ist die Woche vor der Menstruation ein echtes Stimmungstief – nicht nur emotional, sondern auch körperlich
MS-Symptome wie Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Krämpfe oder ein Leistungsabfall machen es schwer, Trainingspläne durchzuziehen oder Wettkämpfe mit vollem Potenzial zu bestreiten. Doch das muss nicht so bleiben.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sich gezielte Anpassungen in Training, Ernährung und Regeneration während der prämenstruellen Phase (Lutealphase) nicht nur positiv auf das Wohlbefinden auswirken können – sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit trotz PMS erhalten bleibt.
Was passiert im Körper vor der Periode?
In der späten Lutealphase steigen die Spiegel von Progesteron und Östrogen an, bevor sie kurz vor der Blutung stark absinken. Diese hormonellen Schwankungen bringen zahlreiche physiologische Veränderungen mit sich:
- Geringere Muskelproteinsynthese: Der Körper baut schwerer Muskulatur auf und neigt zu katabolen (abbauenden) Prozessen.
- Höhere Körperkerntemperatur durch Progesteron – das erschwert die Temperaturregulation beim Sport.
- Sinkendes Blutplasmavolumen, was zu einer erhöhten Herzfrequenz und schlechterer Kühlung führen kann.
- Vermehrte Prostaglandin-Ausschüttung, was Krämpfe und Verdauungsbeschwerden begünstigen kann.
- Stärkere emotionale Schwankungen, bedingt durch die Wirkung der Hormone auf das zentrale Nervensystem.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die gute Nachricht: Studien zeigen, dass Leistungsparameter wie VO₂max oder Laktatschwelle über den gesamten Zyklus hinweg stabil bleiben (Sims, 2024). Mit dem richtigen Coaching lassen sich Training und Performance auch in dieser Phase gezielt steuern.
Strategien, um PMS-bedingte Einbrüche zu minimieren
Ein PMS-bewusstes Coaching zielt darauf ab, die individuellen Reaktionen auf hormonelle Veränderungen zu berücksichtigen und mit effektiven Maßnahmen auszugleichen. Hier einige praktische Ansätze:
1. Erhöhte Flüssigkeitszufuhr & Elektrolyte
Um das reduzierte Plasmavolumen auszugleichen, empfiehlt es sich, natriumreiche Flüssigkeiten gezielt in den Tagen vor der Periode zu konsumieren – z. B. Brühe, spezielle Sportgetränke oder mineralstoffreiche Nahrung.
2. Entzündungshemmende Ernährung
Eine omega-3-reiche, zuckerarme Ernährung kann PMS-Symptome wie Krämpfe und Reizbarkeit abschwächen. Ergänzend wirksam sind gezielte Mikronährstoffe: Magnesium, Zink, Omega-3-Fettsäuren und sekundär Aspirin oder Weidenrinde in niedriger Dosis können laut Studien in mehreren Zyklen die Intensität von PMS deutlich reduzieren.
3. Kohlenhydrate strategisch nutzen
Der Grundumsatz ist in dieser Zyklusphase erhöht – der Körper braucht mehr Energie. Vor längeren Trainingseinheiten sind Kombinationen aus Kohlenhydraten und Protein (z. B. Haferflocken mit Nussmus) ideal, um Blutzuckerabfälle zu vermeiden und das Energielevel zu stabilisieren.
4. Musik als ergogenes Hilfsmittel
Klingt banal, ist aber belegt: Musik kann Schmerzen lindern, Motivation steigern und helfen, die Stimmung zu regulieren – vor allem in hormonellen Tiefpunkten. Eine gute Playlist kann den Einstieg ins Training erleichtern.

Warum Coaches PMS ernst nehmen sollten
PMS ist keine Nebensache, sondern ein Thema mit echtem Einfluss auf Trainingskonstanz, Motivation und körperliches Wohlbefinden.
In unserem FEMNETIC Female Health Coach Lehrgang vermitteln wir, wie Coaches:
- zyklusbedingte Veränderungen erkennen,
- individuelle Trainings- und Ernährungsempfehlungen in der Lutealphase aussprechen,
- PMS-Symptome ganzheitlich begleiten – von Mikronährstofftherapie bis zu mentalem Stressmanagement.
Denn: Nur wer die physiologischen Grundlagen versteht, kann Training wirklich zyklusgerecht gestalten.
Fazit: Auch mit PMS lässt sich Leistung steuern – mit dem richtigen Coaching
PMS muss kein automatischer Rückschritt im Trainingsverlauf sein. Wer versteht, was im Körper passiert, kann gezielt gegensteuern – mit smarter Ernährung, zyklusorientierter Belastung, mentaler Flexibilität und der richtigen Unterstützung.
Coaches sind Schlüsselpersonen auf diesem Weg. Sie können PMS nicht „wegmachen“, aber sie können Frauen helfen, damit besser zu leben, zu trainieren – und zu wachsen.
Quellen
- Sims, S. T., & Heather, A. K. (2018). Myths and Methodologies: Reducing Scientific Design Ambiguity in Studies Involving Women. Journal of Applied Physiology, 125(6), 2013–2020.
- Sims, S. T., Rehrer, N. J., & Bell, M. L. (2012). Preexercise sodium loading aids fluid balance and endurance for women exercising in the heat. Journal of Applied Physiology, 113(2), 407–415.
- North American Menopause Society (2023). Presented findings on dietary interventions and menstrual pain. NAMS Annual Meeting.
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